Kamerakauf

 

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Doch nun erst mal der Reihe nach. Zu Weihnachten letzten Jahres wünschte ich mir finanzielle Unterstützung für eine neue Kamera und dabei dachte ich zunächst an die Nikon D7100. Dies wäre in jeder Hinsicht eine große Verbesserung zu meiner bisherigen Kamera, der Nikon D80 gewesen. Und preislich lag diese auch genau an meiner Schmerzgrenze. Alternativ fand ich die Fuji X-E2 noch sehr schick, aber aufgrund des digitalen Suchers fiel die erst mal raus. Obwohl mir die zusätzlichen Möglichkeiten wie Focus Peaking und andere Echtzeitinformationen sehr gefielen war mir das Bild insgesamt zu kitschig, irgendwie „zu bunt“. Von einem Bekannten konnte ich mir die X-E1 ausleihen und irgendwie hatte ich das Gefühl nicht das Gleiche zu sehen wie durch einen optischen Sucher – das Bild wirkt mehr künstlich. Zudem würde das auch bedeuten, dass ich meine vorhandenen Objektive und Zubehör nicht mehr nutzen zu könnte. Und als ich dann von einer neuen Nikon Kamera mit Retro Optik las verflog meine anfängliche Fuji Euphorie (und meine finanzielle Beherrschung :-D).

Mein Ziel war es letztlich eine Kamera zu kaufen, die mich viele Jahre lang begleiten wird und in technischer Hinsicht wachsende Ansprüche noch lange befriedigt. Dass diese Vorstellung in Zeiten des raschen digitalen Wandels antiquiert erscheinen mag ist mir bewusst, aber die Abbildungsleistung aktueller DSLRs hat sich meines Erachtens durchaus auf einem recht ordentlichem Niveau eingependelt. So blieb ich erst mal dabei, abzuwarten was Nikon da wohl hervorbringen würde.
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Was dann folgte war ein Wechselbad der Gefühle. Anfangs dachte ich mit der Veröffentlichung der Nikon Df: „Wow“, so hätte ich die auch gebaut. Dann holte ich meine alte Nikon FE aus dem Schrank und nach einigem Größenvergleichen machte sich eine gewisse Enttäuschung breit: Die Df kam mir nun sehr globig und protzig vor. Man darf hier nicht vergessen, die Fuji X-E1 mit der ich vorher rumgespielt hatte war mir noch sehr in meinem haptischen Gedächtnis geblieben. Vor allem aufgrund meiner eher kleineren Hände lag diese optimal in der Hand. Nicht so die Nikon Df, zumindest in meinen Vorstellungen – anfassen ging da noch nicht, war ja in noch keinem Laden zu finden. Schlimmer wurde das, als ich dann die silberne Variante morgens auf dem Weg zur Arbeit in einem Schaufenster sah: „Warum kann man da nur so riesige Einstellrädchen dran knallen? Wieso kann die nicht so klein sein, wie meine alte Nikon FE?“. Das DSC 7299führte soweit, dass ich sie noch nicht mal in die Hand nehmen wollte. So langsam verschwand also meine Begeisterung bis ich dann bei einem Besuch in einem Elektronik-Markt doch mal die schwarze Variante in die Hand nahm. Klar, ich hatte alle aktuellen Internetartikel gelesen, zahlreiche YouTube Videos angeschaut aber letztlich ist es doch etwas ganz anderes so ein Gerät in die Hand zu nehmen. Also kurz gesagt – ich war erneut begeistert. 


Es war mittlerweile Januar und meine Ersparnisse reichten noch lange nicht. Ich beschloss also zu sparen und die Kamera letztlich im Juni auf der Minikina, einer kleinen Fotomesse eines ortsansässigen Fotoladens zu kaufen. So verstrich die Zeit mit dem Einsaugen jeder neuen Information über die Kamera. Ob Artikel in Fachzeitschriften, Online Artikel oder Blogs und neue Bilder auf Flickr etc. blieben von meiner Neugier nicht unentdeckt.

Doch dann, Anfang Mai kamen mir wieder Zweifel auf. Keine Video-Funktion, kein integrierter Blitz, nur 16 Megapixel, keine Infraroterkennung meines kabellosen Fernauslösers ML-L3 – ist die günstigere und vielleicht bessere D610 doch eher was für mich oder gar die D800E zum fast gleichen Preis wie die Df und dann noch mit 36! Megapixeln. DSC 7303

Ich hatte jetzt noch knapp einen Monat Zeit für meine Entscheidung. Also ab ins Internet – technische Daten vergleichen. Auf in den Fotoladen – Hand anlegen. Schnell war klar die D800E ist viel zu riesig, zwar erreiche ich alle Rädchen und Knöpfe und sie liegt echt gut in der Hand aber die Kamera nehme ich nicht mal eben so auf einen Spaziergang mit. Die D610 halte ich auch für einen Klotz (ich war bisher die D80 gewohnt), aber doch eher noch im annehmbar. Die Df blieb also mein Favorit, wenn auch mit mehr Bedenken.

Gestern war es dann soweit. Ab zur Messe und Kamera kaufen - denkste! Natürlich war direkt daneben ein Stand von Fuji und das neueste Modell der Firma, eine X-T1 lächelt mich an. Und dann ist die so schön handlich, technisch top ausgestattet und sieht verdammt gut aus (so gut wie eine Kamera halt aussehen kann)! Naja ich erspare Euch die Details, die musste meine Freundin schon in Echtzeit miterleben. Nach ca. fünf Stunden anfassen, Fachberatern ausquetschen, Preisverhandlung, Mittag essen, anfassen, Preisverhandlung, anfassen und ja – kaufen hatte ich ‚meine’ Nikon Df in der Hand.

Was letztlich ausschlaggebend war, lässt sich schwer in Worte fassen. Also optisch und vom Gefühl war ich eher bei der Fuji. Aber die bewährte Technik in der Nikon Df, das vertrautere Handling aufgrund meiner Erfahrung mit meiner Nikon D80 und der Vollformatsensor sind wohl ausschlaggebend gewesen. Wie gesagt, so ganz genau weiß ich dass auch nicht. Vermutlich war ich einfach von vornherein auf die Kamera fixiert und das drum herum brauchte es für das Gewissen. Vielleicht wollte ich auch nur irgendeine Kamera mit nach Hause nehmen und da die X-T1 nicht vorrätig war blieb mir nur die Df J.

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Falls es dem einen oder anderen Leser nun in den Sinn kommen mag zu fragen ob es mir nicht klar sei, dass es sich bei den beiden Modellen um völlig verschiedene Systeme handele. So sei darauf hingewiesen, dass ich mir über die technischen Unterschiede bewusst bin, aber Gefühlsmäßig kann ich das nun schwer trennen und die Ästhetik ist mir doch wichtig, so sieht man dann auch mal über die verschieden Obstsorten hinweg. Die Frage von Beratern hinsichtlich der bevorzugten Verwendung der Kamera machen zwar häufig Sinn allerdings habe ich mich da nicht festgelegt und möchte auch offen für Neues bleiben. Na gut, die Nikon Df beschränkt etwas aufgrund ihrer puristischen Auslegung aber innerhalb der allgemeinen fotografischen Möglichkeiten erweitert sie mein Spektrum immens und ich behaupte zu sagen, dass ich lange brauchen werden um das annähernd auszuschöpfen. 

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